Jagdritt

 

Für geübte Reiter bedeutet der Herbst-Winter Jagdritt das Ende einer Reitsaison und die würdige Eröffnung der neuen. Dieses traditionelle Reitprogramm läbt Jagden vergangener Zeiten wieder aufleben - doch steht heute nicht mehr das Erlegen eines Fuchses, Hirsches oder Wildschweins im Mittelpunkt, sondern das Bezwingen eines insgesamt 25 Km langen und durch Hindernisse erschwerten Geländes.

Am ersten Tag des dreitägigen Programms lernen die Reiter bei einem Proberitt ihr Pferd kennen und freunden sich mit ihm an. Auberdem stellen sie ihr praktisches Können bei der Bewältigung einiger leichter Hindernisse unter Beweis. Selbstverständlich können auch Nicht-Reiter an der Jagd teilnehmen. Sie begleiten die Reitergruppe vom Pferdewagen aus.

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k_20.jpg (23569 bytes) Der zweite Tag ist der Tag der Jagd. Auf ein Hornsignal des Jagdmeisters hin treten die Teilnehmer in Jagdkleidung in einer Reihe an und lernen die Jagdregeln kennen. Anschliebend bläst der Jagdmeister erneut ins Horn, und die Jäger folgen einem Reiter, der den Fuchs symbolisieren soll.
 

An der Spitze der Verfolgungsgruppe reiten der Jagdmeister und zwei seiner Helfer, die während des Rittes nicht überholt werden dürfen. Die Route führt durch die schönsten und interessantesten Landschaften und über 50-70 cm hohe, natürliche Hindernisse. Wenn jemand ein Hindernis nicht nehmen will oder kann, so darf er auch daran vorbeireiten. Etwa zur Hälfte der Strecke machen Reiter und Pferde eine Pause, während der die Teilnehmer ein stimmungsvolles Mittagessen im Freien zu sich nehmen. Am Ende des zweiten Abschnitts gibt der Jagdmeister das Startsignal zu einem Wettrennen auf einem 600-800m großen, ebenen Gelände. Es geht dabei darum, den Fuchsschwanz zu erobern, der symbolisch an die Schulter des führenden Reiters geheftet wurde. Mit feierlichem Einzug und Abblasen der Jagd wird die Zeremonie beendet.

Am Abend setzt sich dann bei einem Jagdabendessen bzw. Jagdball das aus dem Jagdmeister, seinen zwei Helfern, sowie einem Staatsanwalt und einem Verteidiger bestehende Gericht zusammen und richtet über die Teilnehmer, die während der Jagd kleinere oder gröbere Regelverstöbe begangen haben. Die Strafen und Geldbuben werden meist an Ort und Stelle während der bis spät in die Nacht dauernden lustigen Vergnüglichkeit beglichen. Am dritten Tag verabschieden sich die Reiter bei einem leichten ein- bis zweistündigen Geländeritt voneinander und von ihren Pferden.

Die Jagdritte finden in den bewaldeten Hügellandschaften Ost-, Nord- und Südungarns, in den Pubten Mittel- und Ostungarns und an Flubufern statt.

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